Unterkühlung: Vermeidung & Erste Hilfe

Unterkühlung beim Tauchen (Hypothermie)

zu kalt zum Tauchen? Was sind die Ursachen von Unterkühlung, wie kann man Unterkühlung vermeiden und wie leistet man Erste Hilfe bei einem unterkühlten Taucher? Beim Tauchen in kalten Gewässern oder z.B. sogar nach längeren Tauchgängen auf den Malediven hat jeder Taucher schon einmal erlebt, dass er allmählich auskühlt und sogar zum Zittern anfängt.

Unterkühlung (Hypothermie) bedeutet nicht nur ein unangenehmes Frieren, sondern kann im Extremfall lebensbedohlich sein. Unterkühlung vermeidet man durch die entsprechende Tauchgangsplanung, durch körperliche Fitness und vor allem durch die richtige Tauchausrüstung.

Ursachen der Unterkühlung:

Die höhere Wärmeleitfähigkeit des Wassers trägt dazu bei, dass die Körperwärme schnell ans kühlere Wasser abgegeben wird - und zwar je kühler, desto schneller. Da man beim Tauchen auf größere körperliche Anstrengung verzichtet und sich dadurch weniger bewegt, kann es noch schneller zur Unterkühlung kommen. Während die Unterkühlung der Körperschale (Haut) oder Extremitäten höhere Toleranzwerte zulässt, ist die Abkühlung des Körperkerns sehr kritisch.

Leichte Unterkühlung

Von leichter Unterkühlung spricht man bei einer Körperkerntemperatur von 36° bis 34° Celsius. Der Körper reagiert hier mit Muskelzittern und mit stärkerer Verbrennung der Kohlehydrate, um Wärme zu erzeugen. Ein schnellerer Puls und schnellere Atmung sind die Folge dieser körpereigenen Wärmeerzeugung und sorgen für einen höheren Sauerstoffverbrauch. Die erzeugte Wärme wird vor allem dem Körperkern zugeführt, d.h. die äußeren Blutgefäße werden verengt und der Unterkühlte wirkt blass.

Erste Hilfe bei leichter Unterkühlung: den Taucher vom nassen Anzug befreien und in eine warme, windgeschützte Umgebung bringen. Eine heiße Dusche und warme Getränke helfen zusätzlich (KEIN Alkohol!).

Schwere Unterkühlung

Sinkt die Körperkerntemperatur auf 34° bis 27° Celsius, spricht man von schwerer Unterkühlung. Hier fängt bereits eine Bewusstseinstrübung an und der Puls ist stark verlangsamt. Der Körper ist nicht mehr fähig aus eigener Kraft Wärme zu erzeugen und schaltet die Versorgung von Haut und Extremitäten ab. In diesem Stadium ist nicht mal mehr Muskelzittern möglich und es tritt eine Muskelsteife ein. Biochemische Veränderungen führen ab 32° Celsius außerdem zu Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern) oder sogar zum Herzstillstand des Tauchers.

Erste Hilfe bei schwerer Unterkühlung: warm und windgeschützt unterbringen, so wenig wie möglich bewegen, nur waagerecht transportieren und schnellstens einen Notruf absetzen. Der schwer Unterkühlte muss schnellstens unter ärztliche Aufsicht. Bis dahin ist durchgehend der Puls und die Atmung zu überwachen und gegebenenfalls eine HLW durchzuführen. Zur Vermeidung eines Schocks wird von heißen Duschen/ Bädern abgeraten. Stattdessen wird der Taucher von warmen Decken oder Rettungsfolien umhüllt.

Unterhalb von 27° Celsius Körperkerntemperatur tritt die schwerste Form der Unterkühlung ein und es erfolgt ein Stillstand aller Vitalfunktionen.

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